Bericht über die Geschichte der Frauen im 2. Weltkrieg

Auf der offiziellen Company of Heroes – Seite kann man einen Bericht über die bekanntesten Frauen im 2. Weltkrieg nachlesen. Relativ kurz beschrieben werden dabei einige bekannte Persönlichkeiten aus der USA und Kanada. Danach dreht sich vor allem der Artikel über die Heldentaten der sowjetischen Frauen während des Krieges. Der komplette Text steht weiter unten, wobei es sich durchaus lohnt direkt die Webseite zu besuchen, da dort noch einige zusätzliche Bildimpressionen vorhanden sind.

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COMPANY OF HEROINES: RUSSLANDS FRAUEN IM KAMPF AN DER OSTFRONT

Als die Truppen nach Übersee ausschifften, um in Europa zu kämpfen, übernahmen die Frauen Nordamerikas Arbeit, die zuvor ausschließlich Männersache war. ‚Rosie the Riveter‘ wurde zur Ikone der 20 Millionen amerikanischen Frauen, die in den Arbeitsmarkt eingetreten waren, um die durch den Krieg leer stehenden Arbeitsplätze zu füllen. In Kanada wurde Veronica Foster als „Ronnie, das Bren Gun Girl“ bekannt und repräsentierte die knapp eine Million Frauen, die Munition und Material für die Alliierten anfertigten. Ihr Beitrag zu den Kriegsanstrengungen gilt zu Recht als ein Schritt zur Gleichberechtigung, denn er zeigte, dass Frauen im Arbeitsmarkt genauso fähig waren wie Männer.
Zur gleichen Zeit spielten die Frauen an der Ostfront eine noch wichtigere Rolle, denn sie bewiesen, dass sie als Soldaten dienen konnten. Während des Großen Patriotischen Kriegs, wie der 2. Weltkrieg in Russland bezeichnet wurde, dienten über 800.000 Frauen in den Streitkräften der Sowjetunion. 200.000 dieser Frauen wurden für ihren Dienst bei der Abwehr der Nazi-Invasion ausgezeichnet und 89 davon erhielten die höchste Auszeichnung der Sowjetunion, den Titel ‚Heldin der Sowjetunion‘.
Während ‚Rosie the Riveter‘ und die Millionen Frauen, die sie repräsentierte, ihren rechtmäßigen Platz in der Geschichte und Populärkultur eingenommen haben, ist die Leistung der russischen Soldatinnen aufgrund der Nachkriegspolitik im Westen weniger bekannt.
Das erste Mal, dass ich außerhalb eines Geschichtskurses an der Uni etwas über die Soldatinnen der Sowjetunion las, war in der Reihe ‚Battlefields‘ von Garth Ennis.  Die erste Geschichte handelt von den Nachthexen – das war der Spitzname der Fliegerinnen des sowjetischen 588. Nachtbomberregiments. In seiner Geschichte  bringt Ennis fiktive Elemente mit ein, doch dies macht die Wahrheit nicht weniger faszinierend. In Doppeldeckern aus Holz und Stoff, die nur zwei Bomben auf einmal tragen konnten, flogen die Frauen mehrere Missionen pro Nacht unter sehr viel gefährlicheren Bedingungen als die Piloten der westlichen Alliierten.
In Company of Heroes 2 wird einer der Scharfschützentrupps durch eine Frau angeführt, und viele unserer russischen Fans haben sich gefragt, ob sie durch Ljudmila Pawlitschenko inspiriert ist. Pawlitschenko war eine Scharfschützin in der Roten Armee, die als erfolgreichste Scharfschützin der Geschichte gilt und 309 Treffer erzielt hat. 1941 war Pawlitschenko, eine Geschichtsstudentin an der Universität von Kiew, eine der ersten Freiwilligen in ihrem lokalen Rekrutierungsbüro, als Deutschland mit seiner Invasion der Sowjetunion begann. Sie war eine Amateur-Scharfschützin und Mitglied des lokalen Schießclubs, und so wurde sie der 25. Schützendivision der Roten Armee zugewiesen, nachdem sie sich geweigert hatte Krankenschwester zu werden.
Zu Beginn des Krieges waren Soldatinnen in der Sowjetunion noch ungewöhnlich, wie sie selbst anmerkte: „Ich trat einer Armee bei, in der Frauen noch nicht akzeptiert wurden.“ Letztendlich wurden noch mehr als 2000 weitere Frauen zu Scharfschützinnen in der Roten Armee.
Pawlitschenkos Ansehen wuchs mit erfolgreichen Missionen bei Odessa, wo sie 187 Treffer verzeichnete, und Sewastopol. Nachdem sie durch Mörserbeschuss verwundet wurde, wurde sie aus dem Gefecht genommen und auf einen Werbefeldzug nach Kanada und den Vereinigten Staaten geschickt. Bei ihrer Rückkehr wurde die mittlerweile zum Rang eines Majors beförderte Pawlitschenko zur Ausbilderin anderer sowjetischer Scharfschützen. 1943 bekam sie den Goldenen Stern der Heldin der Sowjetunion.
Eine weitere Gewinnerin des Goldenen Sterns war Aleksandra Grigoryevna Samusenko, T-34-Panzerkommandatin der Roten Armee während des Großen Patriotischen Krieges. Als einzige weibliche Panzerkommandantin der 1. Gardepanzerarmee wurde sie für ihren Mut in der Schlacht bei Kursk ausgezeichnet.
Samusenko hatte ihren Dienst als Infanteriesoldatin begonnen, wurde jedoch nach erfolgreichem Abschluss der Panzerakademie neu zugewiesen. Ihre T-34-Besatzung besiegte die drei deutschen Panzerkampfwagen VI Tiger in der Schlacht bei Kursk. Sie starb in der Schlacht um Ostpommern, wo sie von einem Panzer überrollt wurde, und wurde im polnischen Lobez begraben.
Eine weitere Panzerfahrerin war Mariya Vasilyevna Oktyabrskaya. Als Frau eines sowjetischen Armeeoffiziers hatte sie begonnen, den Umgang mit Waffen und Militärfahrzeugen zu üben, da sie ein wachsendes Interesse an Militärangelegenheiten hatte. Sie sagte: „Heirate einen Soldaten, und du dienst in der Armee: Der Titel einer Offiziersarmee ist nicht nur ein stolzer, sondern auch ein verantwortungsvoller Titel.“ Ihr Mann fiel im Kampf gegen deutsche Truppen bei Kiew im August 1941, doch sie erfuhr erst zwei Jahre später davon.
Aufgebracht durch den Tod ihres Mannes verkaufte Oktyabrskaya ihren gesamten Besitz, um Geld für einen Panzer für die Rote Armee aufzubringen, unter der Bedingung, dass sie ihn fahren durfte. Nach einer fünfmonatigen Ausbildung wurden Oktyabrskaya und ihr T-34 der 26. Gardepanzerbrigade zugewiesen. Ihre Kameraden hielten sie zunächst nur für eine Propagandafigur, doch ihre Meinung änderte sich schnell.
Mit fünf Monaten war ihre Ausbildung länger, als die der meisten anderen Panzerbesatzungen. Oktyabrskaya steuerte ihren Panzer wie ein Veteran und nahm an heftigen Kämpfen teil, bei denen sie mehrere deutsche MG-Nester und Artilleriewaffen zerstörte. War ihr Panzer beschädigt, ignorierte sie oftmals Befehle und sprang heraus, um ihn unter Beschuss der Nazi-Streitkräfte zu reparieren.
Bei einem dieser mutigen Vorstöße, um ihren T-34 zu reparieren, wurde sie schließlich getötet. Während eines Nachtangriffs wurde ihr Panzer durch eine deutsche Panzerabwehrgranate lahmgelegt. Während Oktyabrskaya die beschädigte Kette reparierte, wurde sie im Kopf durch Granatensplitter getroffen und verlor das Bewusstsein. Ihr Panzer wurde erneut getroffen und der Rest der Besatzung getötet. Oktyabrskaya hatte das Gefecht überlebt und wurde in ein Feldkrankenhaus gebracht, wo sie nach zwei Monaten im Koma verstarb.
Dies ist nur eine Handvoll der Heldinnen, die die Sowjetunion, ihre Heimat, gegen die Invasion durch die deutschen Truppen verteidigten. Ihr Mut und ihre Opferbereitschaft trugen dazu bei, die Machtergreifung der Nazis in Europa zu verhindern.
An weiterer Lektüre interessiert? „Soviet Women in Combat: A History of Violence on the Eastern Front“ („Sowjetische Frauen im Gefecht: Eine Chronik der Gewalt an der Ostfront“) von Anna Krylova ist ein guter Anfang.

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(Quelle: http://www.companyofheroes.com/)