Ex-Manager Tom Kalinske kritisiert SEGA

20 Jahre voller Fehlentscheidungen, so vernichtend sieht Tom Kalinske’s Fazit über den Publisher SEGA aus. Glaubt man den ehemaligen Geschäftsführer der amerikanischen Sparte von SEGA, kann man sich dieser Meinung sogar anschließen.

Anlass zu einem Interview mit dem ehemaligen Manager gaben dabei die aktuellen Geschäftszahlen von SEGA, die mit 200 Millionen Dollar Verlust alles andere als positiv aussehen. Die Reaktion des Publishers waren ein massiver Stellenabbau und die Schließung der Zweigstelle in San Francisco.

Diese Entscheidung schockte Tom Kalinske und er äußerte das Gefühl, dass seit 20 Jahren ständig die falschen Entscheidungen getroffen werden. Als Beispiel führt er dabei einen Punkt an, der wohl den Wenigsten bis jetzt bekannt war:

Tom Kalinske stellte im Jahr 1996 den Vorstand von SEGA eine gemeinsame Spielkonsole in Kooperation mit Sony in Aussicht. Allerdings wies dieser die Idee zurück, obwohl Sony dem Deal im Hintergrund schon zugestimmt hatte. Das Ende davon ist bekannt. Die PlayStation von Sony ist heutzutage die beliebteste Konsole der Gamer, während SEGA mit der im Jahre 1999 veröffentlichten Dreamcast sich aus dem Konsolengeschäft zurückziehen musste. Tom Kalinske kündigte übrigens nach dieser gravierenden Fehlentscheidung bei SEGA.

Zitat:

„Wir sind zu Sony gegangen und sie haben zugestimmt. Ob wir es nun Sega-Sony oder Sony-Sega nennen würden – wen hätte das schon interessiert? Wir haben es dann bei Sega vorgeschlagen und der Vorstand hat es abgelehnt. Aus meiner Sicht war das die dümmste Entscheidung, die jemals in der gesamten Geschichte von irgendeiner Firma getroffen wurde. Und von diesem Moment an war ich der Ansicht, dass die in Japan nicht dazu fähig sind, jemals die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Allerdings ist laut dem ehemaligen Geschäftsführer noch nicht alle Hoffnung verloren. Es werden schon sehr viele Fehler benötigt, um eine starke Marke vollständig zu zerstören. Wir schließen uns dieser Hoffnung an, immerhin ist SEGA einer der wenigen Hersteller, die noch sehr gute Strategie-Spiele, wie Company of Heroes, für den PC entwickeln.

(Quelle: http://www.gamestar.de/)